Less is more

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(deutsch/englisch)

Als ich mich letztens endlich mal dazu aufgerafft habe meinen Kleiderschrank aufzuräumen, habe ich erschreckend festgestellt, wieviele Kleidungsstücke ein verwaistes Leben in meinem Schrank führen. Das kennt wahrscheinlich jeder von euch. Daraufhin habe ich mir die Frage gestellt, warum ich soviel Kleidung besitze, die ich nicht trage und trotzdem oft noch das Bedürfnis nach etwas Neuem habe

Diese eingenisteten Kleidungsstücke an unseren Kleiderstangen sind wohl die Auswirkungen von Fast-Fashion. Aus Trendlaune heraus gekauft, müssen sie schnell den neueren Trends weichen und werden dann irgendwann weggeschmissen. Fast alles ist heutzutage darauf aus schneller, besser und weiter als das Produkt von gestern zu sein, so auch die Mode. Wir befinden uns in einem einem ständigen Wettrennen nach dem neusten Trend. Vermutlich merken wir dies schon garnicht mehr, weil es schon ganz normal geworden ist, dass sich die Schaufensterpräsentation bei H&M, Zara und anderen großen Modeketten fast wöchentlich ändert und jeden Monat eine neue Kollektion heraus gebracht wird.

Das schnelle Kopieren von Laufstegmodellen und Umsetzten von Trends, die sich in bis zu 12 Kollektionen pro Jahr in den großen Modeketten finden lassen, kurbelt unser Kaufverhalten an: „Naja, das modische T-Shirt kann ich ja auch noch mitnehmen, vielleicht ist es nächstes Mal schon nicht mehr da und es kostet ja auch nur wenig.“ Dass das ziemlichen Druck und unschöne Auswirkungen auf die Umwelt und Produktionsbedingungen mit sich bringt, muss ich glaube nicht mehr erläutern.

Nach dieser erschreckenden Erkenntnis bin ich auf Slow Fashion gestoßen. Quasi genau das Gegenteil. Slow Fashion steht für nachhaltige und bewusstere Kleidung, die nicht mit dem Trendstrom mitschwimmt, sondern sich mehrer Saisons über Wasser hält. Dabei spielt natürlich die Qualiät eine wichtige Rolle, deswegen wird für Slow Fashion hochwertigere Materialien, häufig auch Biostoffe, verwendet. Ich finde es gut, dass es eine Gegenbewegung zur Schnelllebigkeit der heutigen Zeit gibt, oft fühlt man sich doch gehetzt davon, oder nicht? Deswegen werde ich mich aufjeden Fall noch mehr damit auseinander setzten und meinen Kleiderschrank wird demnächst weniger überfüllt sein (so kann ich mir eventuell auch das leidige Aufräumen sparen^^).

Wen es interessiert: Eine weitere Reaktion auf die immer schneller werdende Modebranche war natürlich ein neuer Trend: Normcore. Was genau das ist und wie es entstand, könnt ihr hier nochmal nachlesen.

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When I recently started to clean my closet it was alarming how many garments are living as orphans in my closet. I asked myself why do I have so many clothes which I don’t actually wear and still often feel the need for something new.

I guess, these left-over garments are one of the the effects of Fast Fashion. We purchased these clothes because of a new trend, then they had to give way to newer trends and finally we throw them away. Almost everything today, also in fashion,  is faster, better and further than the product of yesterday. We are in a constant race for the newest trend. We probably don’t notice that any more, because it is already quite normal that the shop windows of Zara, H&M and other major fashion chains changes almost weekly and present new collections each and every month.

The fast copying of catwalk models and trends, which can be found in up to 12 collections per year in the big fashion chains, boosts our buying behavior: „Well, this fashionable shirt I can still take , maybe next time it’s already gone and it doesn’t cost much more as even the bread at the bakery next door .“ I think I don’t need to explain, that this brings bad effects on the environment and production conditiones with it.

After this realization I came across Slow Fashion, which is the exact opposite. Slow Fashion is sustainable and conscious clothes that do not follow fast trends but exist more than just one season. Of course the quality plays an important role, so Slow Fashion clothes are made of higher quality materials and often eco-materials. I think it’s good that there is a counter movement to the fast pace of todays world, I often feel rushed through the seasons, don’t you? Therefore I will keep myself busy with Slow Fashion and my wardrobe will soon be less crowded (and I can possibly save the sorting out ^^).

 In case you are interested: Another reaction to the continuously growing speed of fashion was (of course) another trend: Normcore. In case you missed the post about and explanation of it you can read it again here!

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Kollektion des belgischen Designer Dries Van Noten, der eine „ungewöhnliche Figur in der Mode“ darstellt (Interview Süddeutsche Zeitung)

Leider schließen sich viele Designer vermehrt der Fast-Fashion – Fraktion an. Doch das Interview mit dem belgischen Designer Dries Van Noten, dass ich letztens gelesen habe, zeigte, dass es auch anders denkende Modeschöpfer da draußen gibt.

Van Noten zeichnet sich durch seine „aufrichtige Mode“ aus, die nicht morgen schon wieder out ist. Außerdem ist er der Meinung, dass wir erst unseren Bedarf an Kleidungsstücken senken sollten, bevor wir das Problem „unehrliche Preise“ bei Zara und H&M angehen. Also heißt es unser Kaufverhalten zu verlangsamen!

Wie seht ihr das? Seid ihr auch dem Fast-Fashion verfallen und kauft bei Primark oder achtet ihr ein bisschen darauf was ihr einkauft? Habt ihr euch schonmal Gedanken dazu gemacht oder meint ihr man kann eh nichts daran ändern? Wir freuen uns auf Kommentare und Diskussionen!

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Unfortunately many designers are part of the Fast Fashion – generation. But an interview with the Belgian designer Dries Van Noten, which I recently read, showed that there are also dissenting designers out there.

Van Noten is characterized by its „sincere fashion“ that is fashionable for a long time and not made until tomorrow. He is also of the opinion that we should reduce our need to clothes before we tackle the problem of „dishonest prices“ at Zara and H&M. So let’s slow down our shopping behaviour!

What do you think about slow and fast fashion? Are you also a victim of fast fashion and can’t resist prices at primark? Did you yet think about it and consider the effects of your shopping behavior or do you think that your personal shopping behavior doesn’t matter anyways?

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